Politiker sprechen gern vom „mündigen Bürger“, wenn es ihrer Sache dient. Oft bereitet ihnen ein kritischer und gut informierter Zeitgenosse jedoch Verdruss, wenn er zum Beispiel Prozesse hinauszögert, Entscheidungen hinterfragt oder sich gar dagegen auflehnt.
Nicht nur die Politik – alle Institutionen müssen sich diese Frage gefallen lassen: Wollen sie tatsächlich mündige Bürger? Will zum Beispiel die Wirtschaft mündige Verbraucher, die Kirche mündige Christen oder wollen die Ärzte mündige Patienten, die vermeintlich Etabliertes hinterfragen und sich Autoritäten widersetzen?
Im aktuellen Hochschulmagazin wird das Thema in Interviews und Hintergrundbeiträgen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Prominenter Gesprächspartner hierzu ist einer der höchsten katholischen Würdenträger im Land, der frühere Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Kardinal Karl Lehmann.
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Dr. Jörg Schweigard |
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Wie vor einiger Zeit angekündigt möchte ich an dieser Stelle auch Veröffentlichungen von Mitarbeitern und Studierenden der WHL vorstellen – insbesondere solche, die innerhalb der WHL eigenen Reihen: den ‘WHL-Schriften‘ und den ‘WHL-Diskussionspapieren’ erschienen sind.
Wenn man sich die aktuelle Entwicklungen auf den Finanzmärkten ansieht (z. T. 15% Wertverlust von Indizes in der letzten Woche), kommt man kaum um die Frage herum, ob das noch rational ist. Wen die Märkte so schlau wären, wie oft behauptet wird (etwa im Rahmen der Effizienzmarkthypothese), dann hätten ‘sie’ das Meiste auch schon früher wissen können.
Aber es sind nicht die Märkte sondern einzelne Menschen (und wohl auch von solchen programmierte Computer) die auf den Märkten handeln, und die machen ganz bestimmte Fehler, die u. a. der unter Behavioral Finance firmierende wissenschaftliche Ansatz zu ergründen sucht. Ein Überblick über die verschiedenen Abweichungen vom (vermeintlich) rationalen Verhalten findet sich im WHL-Diskussionspapier 33 von Tristan Nguyen und Alexander Schüßler. Es trägt den nun nicht mehr überraschenden Titel: Behavioral Finance als neuer Erklärungsansatz für „irrationales“ Anlegerverhalten.
Prof. Bernd Remmele |
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Am 2. Juli fand an der WHL die alljährliche Absolventenfeier statt.
Nachdem der Rektor eine Vorstellung in didaktischer ‘Reduktion’ gezeigt hatte – es braucht schon sehr viele Clipart-M&M-Männchen, um den gesamten (emotionalen) Verlauf eines Studium darzustellen – folgte die Ehrung der AbsolventInnen nebst Übereichung persönlich gestalteter Füller – das Zeichen ist klar: mit einem Master an der WHL erreicht man Positionen, in denen man andere für sich den Computer bedienen lässt.
Dies gilt insbesondere für die drei Spezialpreisträger, d. h. für den „Student of the Year“, der das insgesamt beste Examen gemacht hat, für den Verfasser der besten Abschlussarbeit und für den schnellsten Studenten – keine Nachlässigkeit, es waren alles Männer – passend dazu die maskuline musikalische Rahmung des Abends durch das Bläserensemble des Musikum Lahr.
Diesjähriger Festredner war Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Arnold, der zum Thema „Vom Sollen zum Wollen – über neuere Entwicklungen in der Wirtschaftsethik“ referierte. Die Hauptaussage des Vortrages war, dass Wirtschaftsethik als Praxis nur auf der Ebene der Rahmenordnung der Wirtschaft verwirklicht werden kann.
So unpersönlich möchte ich hier nicht sein, und gratuliere allen Absolventinnen und Absolventen des vergangenen Jahres hiermit herzlich und verweise auf einige fotografische Impressionen des Abends, die sich hier finden: http://www.akad.de/Absolventenfeier-2011.1169.0.html
Prof. Bernd Remmele |
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Die Zeiten ändern sich – rasant. Wo gestern noch die CDU ein Regierungsabo innehatte, regieren heute grüne Ministerpräsidenten. Wer kürzlich noch glaubte, E-Mails seien modern, der kannte Facebook, Twitter und Blogs noch nicht. Und wer Vorlesungen in stickigen Hörsälen eine gute alte Tradition nennt, ist sowieso von vorgestern. Auch die Alma mater, einst Symbol für trutzburghaften Widerstand gegen Zeitgeistiges und Schnelllebiges aller Art, wird jetzt mit aller Macht auf die digitale Überholspur gezogen.
Was das heißt, kann man einem Gespräch von Bundesbildungsministerin Annette Schavan mit Henrik Enderlein und Cherno Jobatey entnehmen – oder auch nicht.
Was meinen Sie?!
Christian Dries |
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Von Seiten der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr ist es einmal wieder Zeit im AKAD-Blog zu verdeutlichen, warum wir den nicht mehr ganz taufrischen Terminus technicus ‘Wissenschaftliche Hochschule’ im Namen tragen. Wissenschaftliche Hochschule heißt sicher nicht, dass die anderen AKAD-Hochschulen nicht wisssenschaftlich wären; aber es heißt, dass die WHL einen spezifischen universitären Anspruch in Hinsicht auf eigenständige Forschung und die daran anschließende Verbindung von Forschung und Lehre hat.
Da Wissenschaftler ihre ganze kreative Energie meist für das Beschreiten neuer Forschungsfelder verbrauchen, fällt uns auf die Frage, wie wir unsere Ergebnisse unter die Leute bringen und wie wir die Verbindung zur Lehre vorbereiten und herstellen können, gerne mal die recht traditionelle Antwort ein, dass man die Ergebnisse ja aufschreiben könnte.
Dies wird an der WHL fleißig getan und hierfür – auch nicht mehr eine ganz so neue Idee – das Internet genutzt. Wer sich also aufmacht, kann auf den WHL-Seiten zum einen die ‘WHL-Schriften‘ und zum anderen die ‘WHL-Diskussionspapiere’ finden. Beide Reihen umfassen zusammen fast 60 Beiträge – z.T. unter Beteiligung von Studierenden und Doktoranden der WHL – zu verschiedenen wirtschaftwissenschaftlichen Themen: z.B.
- Behavioral Finance als neuer Erklärungsansatz für “irrationales ” Anlegerverhalten
- Ursachen der Immobilienkrise in den USA
- Bedeutung regionaler Marktstrukturen im Kreditwesen für Bankkreditfinanzierungen von (kleinen) KMU in Deutschland
- Verbriefung lebensversicherungstechnischer Risiken
- Versicherungsaufsicht in Deutschland
- Does Economic Competence Indicate the Individual Level of Agreement with Market Economy?
- Die Erwartungen der Studierenden an betriebswirtschaftliche Erst- und Weiterbildungsstudiengänge
Wir beabsichtigen nun weiter mit der Zeit zu gehen und in Zukunft diesen Blog vermehrt zu nutzen, um unsere Ergebnisse, insbesondere was die genannten beiden Publikationsreihen betrifft, unter die Leute zu bringen.
Prof. Bernd Remmele |
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Das aktuelle AKAD Hochschulmagazin befasst sich im Schwerpunkt mit der Glücksforschung. Was macht die Menschen wirklich glücklich? Ist es der Wohlstand, das politische System oder die private Erfüllung? Nicht nur Psychologen oder Ethnologen beschäftigen sich mit dieser Frage, auch die Ökonomie setzt sich inzwischen intensiv mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ursachen für die Zufriedenheit von Menschen und Völkern auseinander. Lange wurde das Glück der Nationen am Bruttosozialprodukt gemessen. In den letzten Jahren jedoch liefert die ökonomische Glücksforschung differenziertere Ergebnisse, die zeigen: Reiche Menschen sind nicht unbedingt glücklicher als weniger wohlhabende. weiter »
Dr. Jörg Schweigard |
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Nun hat sich auch die Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel, zur Plagiatscausa Guttenberg geäußert. Sie habe keinen Wissenschaftlichen Mitarbeiter ins Kabinett berufen, sondern einen Verteidigungsminister. Das ist so richtig wie ehrenrührig. Wer es für kargen Lohn und ohne geregelte Berufsaussichten (nebenbei bemerkt: auch ohne ein Familienvermögen von rund 600 Mio. Euro im Rücken) mit der Wahrheit genau nimmt, darf sich von der promovierten Physikerin aus dem Berliner Regierungsviertel düpiert fühlen.
Jetzt wissen wir also, wie ernst es der Kanzlerin mit der “Bildungsrepublik Deutschland” ist, die sie vor wenigen Jahren vollmundig ausrief. Ihre Verachtung für das höchste Gut der Wissenschaft – deren handwerkliche Redlichkeit und deren Anspruch unbedingter Glaubwürdigkeit – zeigt, dass es ihr nicht so sehr um Deutschlands Zukunft, sondern vor allem um die ihres eigenen Kabinetts bange ist.
Jede seriöse Hochschule ist bestens beraten, Plagiatsversuche streng zu ahnden. Auch wenn große Teile der deutschen Bevölkerung in Guttenbergs Fehlverhalten eine lässliche Sünde sehen wollen: Wer in der Wissenschaft abkupfert, gefährdet nicht nur seinen akademischen Abschluss, er untergräbt die Grundfesten der Wissenschaft und ruiniert ihr Ansehen. Einer wettbewerbsbewussten Kanzlerin darf das nicht gleichgültig sein! Und all jenen, die durch ihr Statement herabgesetzt worden sind, auch nicht.
Christian Dries |
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Alle zwei Jahre prämiert die Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung zwei wirtschaftswissenschaftliche Dissertationen, die mit mindestens “magna cum laude” bewertet wurden. Wer innerhalb der letzten beiden Semester mit einer Arbeit aus dem Themenfeld “Kommunikations- und Informationstechnik” ein entsprechendes Ergebnis erzielt hat, ist aufgefordert, sich an der aktuellen Ausschreibung zu beteiligen.
Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 21. April. Nähere Informationen zur Teilnahme finden sich hier. Es winkt ein Preisgeld von 5.000 Euro.
Viel Erfolg!
Christian Dries |
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Ohne Geschlechterquote wäre ich wahrscheinlich nicht da, wo ich jetzt bin, obwohl ich halbwegs dafür qualifiziert bin. Ist aber eine lange Geschichte – vielleicht ein andermal.
Aktuell geistert die Quote ja wieder durch die Schlagzeilen. Nicht nur der K. sondern auch die Q. ist ein Gespenst, das in Europa umgeht. In Norwegen gibt es sie schon länger für Aufsichtsräte u. Ä., in Frankreich wurde sie gerade eben beschlossen, und unsere Sozialministerin (die erste, wenn man von der stark abweichenden Ressortverteilung zwischen Clement und Schmidt absieht) droht zumindest damit (und fordert ein niedrigere Rate).
Wir können uns die Argumente der deutschen Gespensterjäger gegen die Quote vorstellen. Meistens hat es irgendetwas mit Gerechtigkeit und Freiheit zu tun. Dabei eignet sich Freiheit immer gut für ein Koan (so ein Paradox zur Zen-Meditation).
Ein Kerngedanke der Marktwirtschaft ist ja, dass der Einzelne das gesellschaftlichen Problem der optimalen Güterverteilung nicht durch das Wollen einer solchen zu erreichen streben braucht, sondern dass man sich immer an die Preise halten soll, dann es wird gut für einen selbst, und ohne dass man es will, auch für die Gesellschaft. Der liberale Gedanke ist, dass niemand vorgeschrieben wird nett zu sein, denn so behält man seine Freiheit (immer das Preiswerteste zu nehmen). Die Quote verfolgt dasselbe Prinzip, niemand wird vorgeschrieben Frauen in Führungspositionen zu wollen, man muss sie nur einstellen. Man kann das gesellschaftliche Problem der Unterrepräsentation von Frauen in (wirtschaftlichen) Führungspositionen aber auch sehen, und beanspruchen, dass man die Handlungsfreiheit behalten möchte, denn man würde ja das Bessere wollen, und das wäre dann insgesamt/langfristig/… besser.
Für die private Ökonomie-Meditation (ich biete bald auch mal Kurse an – ich vergleiche nur noch Mattenpreise) also das Thema, was ist freier: sich von Preisen und Quoten determinieren lassen aber etwas anderes wollen zu dürfen, oder wollen zu sollen aber etwas anderes tun dürfen.
Prof. Bernd Remmele |
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Auf dem AKAD Blog beleuchten Professoren und Mitarbeiter die Themen Fernstudium und Weiterbildung von verschiedenen Blickwinkeln aus. Am Ende jeden Monats ist es Zeit für eine kleine Rück- und Vorschau.
E-learning und Social Media sind und waren 2010 zwei wichtige Themen in der Welt des Fernstudiums. Auf der Webseite fernstudientag.de findet man z.B. eine interessante Auflistung über die zunehmenden Aktivitäten von Fernhochschulen im Social Web – und natürlich ist auch die AKAD auf xing, facebook, twitter und mit einem eigenen Frage- und Antwort-Portal sowie diesem Blog webweit präsent. In der Forschung und Lehre ist mit Prof. Dr. Michael Klebl seit letztem Jahr ein Experte für u.a. E-learning Themen an der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr tätig. Und unsere Studierenden und Blog-Leser konnten sich über das Thema Web 2.0. ausführlich im Hochschulmagazin informieren.
Auch in 2011 haben wir ein besonderes Augenmerk auf Internet, Social Media und E-learning-Themen. Den Anfang macht unsere Homepage, wo wir die Startseiten Hochschulen und Kolleg überarbeitet haben. Weitere Änderungen und Neuerungen folgen: So werden wir u.a. bald einen Social Media Room integrieren, um alle Aktivitäten, Mitteilungen und Veranstaltungen der AKAD im Netz an zentraler Stelle zu präsentieren. Auch unsere Unternehmenspräsenz bei facebook werden wir überarbeiten; und für die Virtuelle Hochschule steht ebenfalls bald ein Relaunch an.
Es wird also auch in diesem Jahr spannend. Und wir freuen uns auf Ihre Anregungen, Fragen, Ideen und Vorschläge auf allen AKAD Kanälen!
Patrick Mach |
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